| 1. Entstehung und Geschichte der Pfarrei Tännesberg |
| Über die Geschichte der Pfarrei Tännesberg finden sich wenig Unterlagen, weil im Zeitraum von 87 Jahren zwei große Brände den Pfarrhof mit allen Aufzeichnungen einäscherten. "Die Pfarrei Tännesberg ist erstmals im Jahre 1300 erwähnt, als der Probst des Augustinerchorherrenstifts St. Mang in Regensburg einen Streit zwischen dem Pfarrer in Tännesberg und der Pfarrei Etzgersrieth über die Pfarreizugehörigkeit von Perleusreut entschied"(17). Im ältesten Pfarreienverzeichnis der Diözese Regensburg ist Tännesberg als Pfarrei im Dekanat Altendorf (18) genannt. Ab 1545 setzte in der Oberpfalz die Glaubensspaltung ein. Der Kurfürst Friedrich II. hatte die Reformation eingeführt. Die Lesung der Messe erfolgte in deutscher Sprache, das Abendmahl wurde unter beiden Gestalten ausgeteilt und die Priester durften heiraten. Friedrich III. führte den Calvinismus ein. Kreuze und Bilder wurden entfernt. Die Untertanen mussten die Religion annehmen, die der Landesherr hatte. 1552 kam Thomas Schueter, ein protestantischer Pfarrer, nach Tännesberg. 1620 kam es unter Kurfürst Maximilian I. zur Wiedereinführung des katholischen Glaubens(19). Am 11. November des gleichen Jahres überprüfte eine Kommission aus Regensburg die Pfarrei. "So gab es in der Tännesberger Pfarrkirche zur Zeit der Visitation zwar einen Altar, aber weder einen Taufstein noch ein Kreuz; ebenso waren sämtliche Bilder entfernt worden. Lediglich die Wallfahrtskirche St. Jodok nahe Tännesberg hatte noch ihre drei steinernen Altäre, jedoch ohne Aufbau und Bilder"(20). Die Bewohner von Tännesberg wurden als grob geschildert. 1634 erfolgte die Zusammenlegung der Pfarrei Tännesberg mit Böhmischbruck. In der Zeit von 1652 bis 1670 bildeten Tännesberg und Trausnitz eine Pfarrei. Der Ort und die Pfarrei Tännesberg wurden im Laufe der Jahrhunderte immer größer. 1621 hatte der Markt Tännesberg 167 Häuser mit 934 Bewohnern, während der gesamte Pfarrbezirk 1621 Personen umfasste. Im Jahre 1860 gehörten 1589 Leute zur Pfarrei Tännesberg, 1969 waren es 1550. Heute umfasst die Pfarrei Tännesberg (Dekanat Leuchtenberg) neben dem Markt Tännesberg noch die Dörfer Kleinschwand, Großenschwand, Voitsberg, Pilchau, die Weiler Kaufnitz und Heilinghäusl und zwei Häuser von Oberbirlhof. |
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Pfarrer von Tännesberg (21)
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| 1484 - 1509: Johann Stöberl | 1509 - 1538: Konrad Tapper |
| 1538 - 1548: Hieronymus Seum | 1548 - 1552: Johann Hartung |
| 1552 - 1555: Thomas Schuetter | 1555 - ????: Nikolaus Pöppl |
| ???? - 1626: Mathäus Krögel | 1626 - 1628: Johann Spenger |
| 1628 - 1630: Michael Fischerbeck | 1630 -1632: Michael Wolfrum |
| 1632 -1634: Wolfgang Aigenmann | 1634 -1652: Tännesberg gehört zu Böhmischbruck. |
| 1652 Johann Ernsberger | 1652 - 1657: Johann Pickel |
| 1657 - 1659: Christoph Pöleis | 1659 - 1670: Georg Fischer |
| 1670 - 1673: Michael Kerling | 1673 - 1681: Johann Lindenmayer |
| 1681 - 1684: ??? | 1684 - 1709: Johann Felix Teutschmann |
| 1709 - 1739: Joh. Evangelist Henninger | 1739 - 1746: Georg Bauriedl |
| 1746 - 1762: Andreas Stanislaus Joes | 1762 - 1765: Johann Leonhard Daller |
| 1765 - 1789: Jakob Dormor | 1789 - 1809: Gotthard Wagner |
| 1809 - 1841: Alois Nehmann | 1842 - 1850: Joseph Wolf |
| 1850 - 1859: Friedrich Graser | 1859 - 1871: Joseph Auhuber |
| 1871 - 1873: Alois Holzfurtner | 1874 - 1879: Joseph Bachmaier |
| 1879 - 1887: Johann Nep. Mannstorfer | 1887 - 1905: Johann Baptist Deubzer |
| 1905 - 1935: Wilhelm Neumann | 1935 - 1949: Franz Xaver Wutz |
| 1949 - 1975: Friedrich Reichl | 1975 - 1988: Martin Neumaier |
| seit 1988 : Willibald Spießl |
| Benutzte Quellen und Literatur: |
| 17=Bernd, S.71; 18=Bernd, S. 68; 19=Wagner, Horst, Quellenlage zur Geschichte der Pfarrei Tännesberg, 1977, S. 2/3 (=Wagner); 20=Wagner, S.4; 21=Mitteilung Bischöfliches Zentralarchiv Regensburg. |
| 3. Pfarrkirche St. Michael | ||||||
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Der Markt Tännesberg liegt am Westhang des 694 m hohen Schlossberges im Oberpfälzer Wald. Es handelt sich dabei um einen vielbesuchten Luftkurort, dessen katholische Pfarrkirche mit dem 38 m hohen Turm das gesamte Bild beherrscht. 1019 lässt Ritter Johann von Paulsdorf eine Kapelle, die heutige Wallfahrtskirche St. Jodok errichten, die eine Zeit lang die Pfarrkirche war. Erst im 12. Jahrhundert entstand die spätere Pfarrkirche. 1300 wird Tännesberg erstmals urkundlich als Pfarrei erwähnt. Es folgten Zeiten voll Kriege, Plünderungen, Brände und Seuchen. 1862 brannte die Pfarrkirche mit dem Turm durch einen Blitzschlag vollständig ab. 1877 konsekrierte der Weihbischof Bonifaz von Urban die Pfarrkirche zu Ehren des hl. Erzengel Michael. Bei der letzten Renovierung 1979-1981 erhielt die Kirche ihr jetziges Aussehen. Dabei wurde vieles in den ursprünglichen Zustand gebracht. Der freundlich wirkende Kirchenraum strahlt durch seine rote Farbe einen feierlichen Glanz aus. Fünf Bögen tragen das Langhaus. Unterteilt wird der Raum optisch durch marmorierte Doppelpilaster
im klassizistischen Stil, die oben in einer ionischen Form enden. Vergoldetes Gesims, Engelsköpfe und weiße Girlanden mit Blumen und Früchten bilden ihren Abschluss. Die Deckengemälde im Tonnengewölbe, die im Nazarener-Stil 1892 ausgeführt wurden, erzählen von der Passion Jesu. Aus derselben Zeit sind noch die Fenster im Kirchenschiff erhalten. Ebenso gut erhalten sind die Kreuzwegbilder in diesem Stil. An der Nordwand gegenüber dem Seiteneingang wurde der Kreuzaltar, ähnlich einer Ikone errichtet. Die barocke Kanzel ist mit drei Medaillons verziert. Auf dem Schalldeckel ist der Kirchenpatron Michael dargestellt, wie er als Ritter den Drachen des Bösen mit seinem Schwert besiegt. Anstelle von Seitenaltären stehen die mächtigen Barockfiguren der Gottesmutter und des hl. Josef mit dem Jesuskind am Arm in den abgerundeten Ecken des Kirchenschiffs. Beide sind mit einem vergoldeten Strahlenkranz geschmückt. Der Chorraum wurde 1981 neugestaltet und der heutigen Gottesdienstform angepasst. Der Altar ist gestaltet nach dem Wort Jesu: "Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben". Ein Tabernakel aus Bronze, dargestellt als brennender Dornbusch, bildet den Abschluss des Presbyteriums. Zwei Zunftstangen flankieren das Allerheiligste. Das Lesepult stellt eine Ähre mit sieben Edelsteinen als reife Körner dar. Drei Barockfiguren, die Apostelfürsten Petrus uns Paulus und das große Kreuz über dem Altar, umrahmen den Chorraum. Im rückwärtigen Teil der Kirche trägt die doppelte Empore die Orgel mit dem barocken Gehäuse. (Quelle: Pfarramt Tännesberg) |
| 4. Wallfahrtskirche St. Jodok | |||||||||||
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Am Eingang des Tännesberger Waldes liegt die alte Wallfahrtskirche St. Jodok mit ihrem Dachreiter. Schon seit ihrem Bau im Jahre 1019 pilgerten Bauern aus der Umgebung zum hl. Jodok, um Hilfe gegen Krankheiten und Seuchen zu finden. Nachdem die Kirche im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde, konnte sie 1689 in der heutigen Form geweiht werden. Die Flache Decke ist kassettenartig mit Holz gearbeitet, erziert mit vergoldeten Rosetten. Vier barocke Altäre ziehen den Blick auf sich. Das Altarbild des
Hochaltars ist von gedrehten, rebenumwundenen Säulen und von goldenen Kartuschen- und Rankenwerk umrahmt und erzählt von dem Einsiedlerleben des hl. Jodok. Der rechte Seitenaltar schildert die Taufe Jesu im Jordan. Davor ist ein Brustbild des Pferdepatrons und Nothelfers St. Quirin von Neuß angebracht. Im Altarbild des linken Seitenaltars sieht man den hl. Sebastian von Pfeilen durchbohrt, über dem sich der Himmel öffnet und Christus und Maria, die Königin der Märtyrer, den Sterbenden begleiten. Der hl. Rochus wird durch Engel von seiner Pestbeule geheilt. Zwischen den beiden Pestheiligen erkennt man im Hintergrund eine seltene Ansicht von
Tännesberg aus dem Jahre 1680. An der Nordseite steht der Marienaltar mit vier Säulen und einem geschwungenen Giebel geschmückt. Das "Wiener Pestkreuz" aus dem Jahre 1690 zeigt wie bekannt der Wallfahrtsort im Mittelalter war. Als in diesem Jahr die Pest in Wien ausbrach, machten sich Pilger auf den Weg, um Hilfe zu erbitten. Kaum angekommen, erhielten sie die Nachricht, dass die Pest aufgehört habe. Aus Dankbarkeit ließen die Pilger dieses Prozessionskreuz zurück. Am Chorbogen hängt eine barocke Madonna im Rosenkranz, die um 1720 geschaffen wurde. Alljährlich findet in Tännesberg der Jodok-Ritt statt. Dieser alte Brauch wurde mit einigen Unterbrechungen von 1796 bis heute durchgeführt. Am vierten Sonntag im Juli zieht eine Prozession von Reitern mit historischen Kostümen aus dem 15. und 16. Jahrhundert mit dem Allerheiligsten zur Wallfahrtskirche St. Jodok. Die Kirche bietet einen Platz zur Ruhe und Besinnung, wo besonders der hl. Jodok und die Gottesmutter verehrt werden. Weitere Informationen über das Leben des heiligen Jodok finden sich auf den Seiten der St. Jodok-Apotheke Tännesberg. (Quelle: Pfarramt Tännesberg) |